Gegen Atomkraft – Mainstream oder Mut?

Gegen Atomkraft zu sein ist seit Fukushima ja common sense. Im Sinne des Wortes Zivilcourage wäre das Schwimmen gegen den Strom, also die Befürwortung von Atomstrom, hier wert, erwähnt zu werden. Aber:

Was eine Schulklasse aus Lörrach sich nun wagte, ist sensationell. In seinem Stammland Baden-Württemberg lobte der Energieerzeuger EnBW gemeinsam mit dem Kultusministerium und der „Stiftung kulturelle Jugendarbeit" einen Wettbewerb aus, in dem Schulklassen aufgefordert wurden, einen kurzen Film zum Thema „Energie-Reporter im Einsatz" zu drehen. Die Ausschreibung liest sich wie folgt: "Schließt euch in Teams aus bis zu zehn Energie-Reportern zusammen, die alle die 7. bis 9. Klasse besuchen. Dann sucht ihr euch eine Lehrerin/einen Lehrer als Chefredakteur, der euch bei der Bearbeitung des Rechercheauftrags „Spannung in der Stadt" betreut und bis zum 31. Januar 2011 beim Wettbewerb anmeldet. Jetzt kann euer Einsatz als Energie-Reporter beginnen. Findet ein spannendes Thema und dreht euren eigenen Clip. Die einzige Bedingung: Die Hauptrolle in eurem Film muss der Energieverbrauch in eurer Stadt spielen. Beleuchtet, woher der Strom kommt, für was er verwendet wird oder wer die Menschen sind, die eine reibungslose Energieversorgung möglich machen. (Quelle: http://www.schulwettbewerb-energie.de/schulwettbewerb/auftrag, Abruf 19.04.2011)

Die Antwort der Neumatt-Schule auf diese Ausschreibung kann man sich hier ansehen:

Mittlerweile schlägt das Projekt auf Facebook und Twitter und in diversen Blogs schon hohe Wellen. Wir meinen: gut so! Danke für Euren Mut und bleibt so kritisch!

IShareGossip

Warum brauchen wir eine Plattform im Internet, um Schüler und Schülerinnen, um Lehrer und Lehrerinnen zu beleidigen? Warum reicht uns heute nicht mehr das Schulklo, um blöde Sprüche loszuwerden? Ganz klar! Im Internet erreichen wir viel mehr Leser. Und auch ganz klar: wir hinterlassen keine Handschrift.

Genial reagierte die Gesamtschülervertretung eines Berliner Gymnasiums: statt gegen die Betreiber der Seite vorzugehen oder große Aufklärungsreden zu halten, müllten sie die Seite mit Nachrichten über Broccoli und Pferde voll, bis nur noch diese Einträge über ihre Schule lesbar waren. Denn für jede Schule werden nur die letzten 50 Einträge gezeigt.

Ein toller Akt von Zivilcourage. Bestechend einfach und so charmant!

Daumen hoch!

Der Frau gefällt´s

Das Wort Zivilcourage ist relativ häufig zu hören. Wir wissen, was es bedeutet. Wir wissen, dass es etwas Gutes ist. Doch landet die Zivilcourage meist in der gleichen Schublade wie die Erste Hilfe. 

Wir wissen, dass wir helfen müssten, wenn Hilfe benötigt wird. Wir haben auch irgendwann schon einmal gehört, wie man helfen kann. Wir lernen für den Moment und hoffen, dass wir das Erlernte niemals einsetzen müssen. Dies ist ein typisch menschlicher Prozess. Wir tun so, als würden wir die Ereignisse übersehen. 

Vielleicht war es eine reizende Dame, die unseren Blick abgefangen hat. Oder ein Vogel, der gefüttert werden wollte. Ein neuer HD-Fullscreen-Fernseher im Schaufenster. Oder doch der verführerische Duft vom Inder um die Ecke?

Die drei Videos auf unserem Blog zeigen kreative Methoden, mit denen Hilfe gelingt ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. 

„Licht, Lärm, Leute“ beseitigt alle Ausreden. Jeder kann helfen. Packen wir´s an!

Übrigens sind wir davon überzeugt, dass die attraktive Dame ihren Blick auf dich richtet, solltest du deine Heldentat durchführen. Vielleicht lädt sie dich danach zum Inder ein. Also trau Dich zu helfen!

Auszeichnung für civilcourage.org

Goldene Palme, Echo, Oscar … oder der MediaMax?

Nein, die ersten drei haben wir nicht bekommen, aber da die Kurzfilme nicht ins Französische übersetzt wurden, wir unsere Gesangskünste wohl besser im Büro lassen und Helliwood nicht zu Hollywood wird, kommt nun letztlich noch der vierte Preis in Frage.

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Der MediaMax wird vom Landesprogramm jugendnetz-berlin.de ausgeschrieben und würdigt Projekte, Konzepte und Ideen zur Medienarbeit von und mit Kindern und Jugendlichen. Er wird jährlich in drei Kategorien vergeben.

Es ist für uns eine große Ehre, diesen Preis als Würdigung unseres Projektes „Hier, hier oder hier" in Empfang zu nehmen! Wir möchten an dieser Stelle zusätzlich allen Beteiligten einen ganz herzlichen Dank aussprechen und sind stolz darauf, dass wir mit einem solch jungen und kreativen Team so erfolgreich zusammengearbeitet haben.

„Licht, Lärm, Leute“

Viele von uns waren sicher schon einmal in einer Situation, in der sie einer Person in Not gern helfen wollten, aber sich nicht getraut haben oder nicht wussten, wie. Die Polizei rät für den Notfall „Licht, Lärm, Leute“. Der Hauptdarsteller in diesem Spot entscheidet sich für Lärm! Unsere Idee für couragiertes Handeln seht Ihr hier:

Aber jetzt seid ihr gefragt! Wie findet ihr unseren LÄRM? Wie könnte man noch kreativ Lärm machen? Habt ihr weitere Ideen? Na dann mal los und fleißig kommentiert!

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Und nun zurück zum Alltag

Schauen wir ihn uns mal genauer an, den Alltag. Wir beschließen, eine Straße aufzusuchen, da diese das alltägliche Bild deutlich wiederspiegelt.

Wir suchen uns eine volle, laute und hektische Straße aus. Eine Straße, in der sämtliche Individuen hastig umherlaufen, speisen, Kaffee trinken, Termine wahrnehmen müssen, sich mühsam den Weg bahnen, auf der von Passanten überfüllten Straße. Verständlich.

Es gibt eine Menge zu sehen. Zum Beispiel Menschen. Jeder von ihnen geht seinen Verpflichtungen nach. Sei es, am Imbissstand Bratwurst zu verkaufen, oder auf dem Boden, mit traurig dreinblickendem Hund, zu sitzen und auf eine Spende zu hoffen. Der Alltag eben.

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Wir mögen den Alltag. Und, auch wenn wir es nicht gerne zugeben, er liegt uns am Herzen. Wir kehren sogar freiwillig zu ihm zurück, sobald sich etwas Unangenehmes anschleicht.

Ein Mann verschafft sich im Getümmel einen Vorteil, indem er das Portemonnaie der vor ihm gehenden Dame unbemerkt greift. Wir gehen weiter.

Eine ältere Person steht an der Bahnhaltestelle, wo sie wohl seit geraumer Zeit sehnsüchtig auf einen Sitzplatz hofft. Glücklicherweise konnten wir rechtzeitig einen für uns beschlagnahmen. Beinahe wären wir noch voller Erschöpfung vom ausgiebigen Shoppen kollabiert. Der Opa steht ja immer noch! Er wird schon nach einem Platz fragen, wenn es doch so dringend ist.

Wir können aus der Ferne, in einer unscheinbaren Seitengasse, einige Schüler wahrnehmen, die sich daran erfreuen, sich zu Viert auf einen Wehrlosen zu stürzen, ihm anschließend seinen Rucksack entreißen und sich blitzschnell aus dem Staub machen. Das Gelächter ist immer noch zu hören. Wir haben leider keine Zeit. Wenn da doch nicht dieser äußerst wichtige Termin wäre, dann …

Wir kommen vorbei an eine Baustelle, die zurzeit nicht im Betrieb ist. Dort ist es sehr sandig. Ein voll bepackter Student verliert auf seinem Fahrrad die Kontrolle. Er bremst scharf und stürzt unglücklich. Wir haben uns die Erste Hilfe nie zu Herzen genommen. Sollen wir uns jetzt etwa vor Publikum lächerlich machen und im schlimmsten Fall nervige Belehrungen von Schlaueren einholen?

Und nun zurück zum Alltag. Doch wir stellen fest, dass wir bereits in ihm sind …

Kümmere Dich ums Opfer!

Einige Ratschläge zur Zivilcourage sind theoretisch bekannt: Ruhe bewahren, die Angreifer nicht körperlich berühren, andere Zuschauer direkt ansprechen und sie zu konkreten Handlungen aufrufen, wie etwa die Polizei verständigen.

Ein weiterer Ratschlag: kümmere Dich ums Opfer nicht um den Täter! Hier ein Beispiel, wie das gehen könnte:

 

Aber jetzt seid ihr gefragt! Wie findet Ihr die Idee des Jungen?
Welche Vorwände fallen Euch ein, wie dem Mädchen geholfen werden könnte?

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Zeichen in Sachen Zivilcourage

Da ist es nun, das konsequent und schnell herbeigefügte Urteil im Fall D. Brunner. Hohe Haftstrafen wegen Mord und Körperverletzung mit Todesfolge. D. Brunner musste sein Leben lassen, weil er sich schützend vor eine Gruppe Schüler stellte, aber eben auch, weil  D. Brunner der erste war, der mit einem Faustschlag ins Gesicht und einem Tritt gegen den Oberschenkel die Gewaltspirale anheizte.

Vieles wurde seit dem zum Thema Zivilcourage diskutiert, ein Denkmal wird aufgestellt und es bleibt die Frage, warum niemand auf dem zu dieser Zeit gut besuchten S-Bahnhof in Solln zu Hilfe gekommen ist, schlimmeres vermieden hat. Genau dies wollen wir mit euch diskutieren, ob auf Facebook oder hier im Projektblog.

Filmpremiere

Die Premiere der Spots fand am 25. August 2010 im Lernzentrum im Baukasten statt.

Film 1: Greif ein! | Film 2: Lenk ab! | Film 3: Sei laut!

Neben den Darstellerinnen und Darstellern, die in Begleitung ihrer Eltern, Geschwister, Freunde und Ehepartner kamen, waren die Bezirksbürgermeisterin von Marzahn-Hellersdorf, der Präventionsbeauftragte der Polizei für den Bezirk und interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen öffentlicher Einrichtungen anwesend.

Die Leiterin des Lernzentrums moderierte die Veranstaltung sehr kurzweilig mit Einlagen aus der Praxis. Die Darstellerinnen aus den Spots spielten noch einmal die Angriffsszene aus den Filmen nach, womit das Publikum für das Thema sensibilisiert werden sollte.

Im Workshop entstandene Notfallkarten wurden beispielhaft gezeigt und mit den dazugehörigen Handlungsstrategien erläutert. Die Präsentation der drei Filmspots bedachten die Zuschauerinnen und Zuschauer mit tosendem Applaus. Im Anschluss an die Präsentation kam es  zu einem intensiven Austausch zwischen den Anwesenden.